Autonomes Fahren in Verbindung mit Elektroautos

Der Begriff Autonomes Fahren ist schon seit einiger Zeit in den Medien. Spätestens wohl seit Google mit ihrem selbstfahrenden Auto Schlagzeilen gemacht hat. Genau gesagt gibt es Technologien für autonomes Fahren nicht erst seit gestern. Die Autohersteller forschen und entwickeln schon lange an Fahrerassistenzsystemen. Seit kurzem arbeitet das Frauenhofer IPA nun an einem Projekt für autonomes Fahren in Verbindung mit Elektroautos – AFKAR (Autonomes Fahren und intelligentes Karosseriekonzept für ein All-ElektRic Vehicle).

Intelligentes Parkhaus - AFKAR Projekt - autonomes Fahren
Intelligentes Parkhaus – Projekt AFKAR – autonomes Fahren (Quelle: ipa.frauenhofer.de)

Neue Mobilitätskonzepte benötigen autonome Fahrzeuge

Car-Sharing wird immer interessanter. Vor allem in Großstädten wird das Angebot angenommen. Hier lohnt es sich meistens nicht, ein eigenes Auto zu besitzen. Sich ein Fahrzeug mit vielen anderen Car-Sharing-Mitgliedern zu teilen lohnt sich allemal.

Jedoch besitzt dieses Mobilitätskonzept auch Tücken. Oft sind die Fahrzeuge nicht in der Nähe und entweder man verzichtet dann auf die Dienstleistung oder man nimmt weite Fußmärsche zum nächsten verfügbaren Fahrzeug in Kauf.

Mit dem AFKAR-Projekt könnte das Problem schon eines von gestern sein.

Wie funktioniert AFKAR – autonomes Fahren mit Elektroautos?

Das Projekt soll Elektroautos ermöglichen, autonom zu einer Ladestation zu fahren, wenn der Akku leer ist. Bei Bedarf navigiert sich das geladene Elektroauto direkt zum Kunde und kann von diesem genutzt werden.

Ladestationen für die Elektroautos sollen sich in öffentlichen Parkhäuser befinden. Diese bestehen aus Induktionsplatten im Parkplatz. Ein leer gefahrenes Auto fährt autonom in das Parkhaus ein und sucht sich eine freie Ladestation. Nachdem der Ladevorgang beendet ist, stellt es diesen wieder für andere zur Verfügung, indem es auf einen freien „normalen“ Parkplatz umparkt. Hinter dem Projekt steckt ein intelligentes Parkhaus-Management-System in Verbindung mit drahtlosen Schnittstellen zu den Fahrzeugen.

Der Kunde fährt beispielsweise in das Parkhaus ein und übergibt dieses an der Übergabestation. Dort entscheidet er, ob er das Auto weiterhin nutzen möchte und auf welche Reichweite er den Akku aufladen möchte. Anschließend kann der Kunde ohne Stress einkaufen gehen. Das Elektroauto navigiert selbstständig zu einer freien Ladestation.

Wann kommt das atuonome Elektroauto?

Ende diesen Jahrzehntes geht man davon aus, dass die ersten autonomen Fahrzeuge auf unseren Straßen zu sehen sind. Die großen Automarken bieten schon heute zum Teil selbstfahrende Autos an. Jedoch nur unter der Berücksichtigung, dass der Fahrer die Hände am Lenkrad hat. Rechtliche Fragen können die Einführung autonomer Fahrzeuge jedoch noch lange hinauszögern – Wer haftet beim Unfall?

Die für das Projekt AFKAR entwickelte Sensortechnik kann schon heute in die Verkehrssicherheit integriert werden. Beispielsweise für den sicheren Spurwechsel. Hier passieren immer noch viele Unfälle, da Straßenteilnehmer im toten Winkel nicht oder häufig zu spät erkannt werden.

Fahrzeuge der Oberklasse sind oft mit teuren Kamerasystemen ausgestattet, die zur Sicherheit beitragen. Das Problem dieser Assistenzsysteme ist jedoch die Anfälligkeit auf äußere Einflüsse wie z.B. dem Wetter. Das Frauenhofer IPA hat hierzu kostengünstige Sensoren mit Ultraschall entwickelt, die auch bei schlechten Witterungsverhältnissen zuverlässig arbeiten. Über 3000 Tests haben eine Erkennungsrate von mehr als 90 Prozent hervorgebracht.

Über Stefan Reinsprecht 148 Artikel
Hi, ich bin Stefan Reinsprecht, der Herausgeber von Netzkonstrukteur. Als Maschinenbauingenieur mit jahrelanger Erfahrung in der Konstruktion und Entwicklung interessiere ich mich sehr für technische Dinge. Hier erfährst Du Neuigkeiten, aber auch Grundlagen. Viel Spaß beim Lesen. Du findest mich auf Google+, Twitter oder Xing.

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