Bio-Drohne soll sich zu 100% auflösen können

Forscher des Ames Research Center der Nasa und Studenten der Stanford Universität ist es gelungen, eine Bio-Drohne zu entwickeln, die sich fast vollständig in Wasser auflöst. Noch steht man am Anfang der Forschung. Das Ziel ist jedoch, eine zu 100% abbaubare Drohne zu entwickeln.

Bio-Drohne
Bio-Drohne – Grundkörper aus Pilzmaterial (Quelle: iGEM 2014)

Grundkörper der Bio-Drohne aus Pilzmaterial

Beim Grundkörper der Bio-Drohne haben sich die Forscher das Produkt der Firma ecovative design zu Nutze gemacht. Diese stellen nämlich Materialien aus landwirtschaftlichem Abfall und Pilzen her. Genauer genommen aus dem Myzel von Pilzen. Dies ist das für den Menschen unsichtbare und fadenförmigen Geflecht unterhalb der sichtbaren Pilzfrucht.

Myzel - Platte aus Pilzgeflecht
Myzel – Platte aus Pilzgeflecht (Quelle: iGEM 2014)

Gehäckseltes Heu, Stroh oder andere landwirtschaftliche Materialien werden dabei mit Myzelien vermischt. In einem temperierten Ruheraum wachsen und verflechten sich die Myzelien so eng um das Grundmaterial, sodass ein sehr kompaktes und festes Endprodukt entsteht. Bisher werden so hergestellte Materialien für den Kern von Surfboards oder für Verpackungsmaterial verwendet.

Einziger Nachteil des Werkstoffes aus Pilzen ist, dass er nicht wasserdicht ist. Um dieses Problem zu lösen, wurde der Grundkörper mit einer aus Bakterien produzierter, lederartigen Zellulose getränkt. Überzogen wurde das ganze Gebilde letztendlich mit den Proteinen aus dem Speichel von Feldwespen. Die Wespen nutzen diese, um ihre Nester wasserdicht zu machen.

Die Schaltkreise für die Steuerung der Bio-Drohne wurden mit einer Tinte aus Silber Nanopartikel gedruckt. Vorarbeit geleistet hat hierbei ein junges StartUp aus dem Silicon Valley, welche die spezielle Tinte samt dem Druckverfahren entwickelt haben.

Noch nicht zu 100% abbaubar

Keiner würde merken, ob man Zuckerwasser verschüttet hat oder ob an der Stelle ein Fluggerät abgestürzt ist.

Erklärt die Forscherin Lynn Rothschild dem Magazin NewScientist. Fällt das Pilzmaterial ins Wasser bleibt einzig und alleine eine weiße Trübung zurück.

Doch aktuell ist man vom Ziel der zu 100% abbaubaren Bio-Drohne noch einige Schritte entfernt. Auch wenn sich sowohl der Grundkörper als auch die Schaltkreise beim Absturz im Wasser auflösen, einige Bauteile sind nicht abbaubar. Dies sind zum Beispiel die Propeller, Batterie und metallische Bauteile.

Die Forscher arbeiten jedoch schon am nächsten Schritt. Sie wollen Sensoren, die für den Flug notwendig sind, aus Escherichia coli (E. coli) Bakterien herstellen. Dies sind Bakterien, die im menschlichen und tierischen Darm vorkommen.

Einsatzzwecke von Bio-Drohnen

Natürlich wird schon das Militär an vorderster Stelle stehen und sich die Hände reiben. Wird das Projekt erfolgreich, dürfen sie auf Drohnen hoffen, die beispielsweise für die Spionage eingesetzte werden könnten. Und mit der Bio-Drohne ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die Spionage letztendlich ihr Ziel erfüllt – auch wenn die Drohne abstürzt, wird man niemals herausfinden können, von wem der Spionageakt ausgegangen ist.

Leider werden Drohnen, oder wie sie auch genannt werden – unbemannte Luftfahrzeuge (UAV – unnamed aerial vehicle), durch genau diesen militärischen Einsatz, oft negativ bewertet. Es gibt aber auch sehr positive Einsatzzwecke, wie es ein Masterstudent an der TU Delft mit seiner lebensrettenden Drohne beweist.

Drohnen werden auch für Landschafts- und Tieraufnahmen eingesetzt. Hierfür wären Bio-Drohnen sicherlich auch eine willkommene Entwicklung. Die Technik macht nämlich nicht immer das, was der Mensch von ihr verlangt. Und so verschmutzen immer mehr abgestürzte Drohnen unsere Umwelt.

Lassen wir uns also überraschen, welche Technologien die Forscher zusätzlich dafür nutzen, um ihr unbemanntes, biologisch abbaubares Luftfahrzeug in die Realität umzusetzen. Vielleicht könnte die notwendige Energie aus Moosen erzeugt werden?

Hast Du noch weitere Ideen, wie man eine vollständig abbaubare Drohne erstellen könnte? Schreib sie in die Kommentare!

Über Stefan Reinsprecht 148 Artikel
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