Fliegende Windturbine erzeugt Energie in 600m Höhe

Der Wind in Bodennähe ist relativ schwach im Vergleich zu höheren Lagen. Herkömmliche, statische Windkraftanlagen sind jedoch fest am Boden verankert und können nur die dortigen Windverhältnisse nutzen. Eine fliegende Windturbine des Unternehmens Altearos energies fliegt in einer Höhe von 600m, erzeugt Strom und kann zusätzlich Wetterdaten auswerten und ein WIFI-Signal aussenden.

fliegende Windturbine
fliegende Windturbine (Quelle: Valentin Angerer Photographer – altaerosenergies.com)

BAT: The Buoyant Airborne Turbine – eine fliegende Windturbine

Die BAT ist eine fliegende Windturbine und besteht aus vier Teilen:

  1. Hülle
    Die patentierte Hülle ist eine leistungsfähiges und strapazierbares Gewebe, welches mit Helium gefüllt wird. Hierdurch steigt die Turbine in die Luft und wird auch oben gehalten. Die aerodynamische Konstruktion und die Flügel sorgen dafür, dass die fliegende Windturbine immer stabil bleibt und in die richtige Position gebracht wird. Die Hülle hält Windstärken über 160 km/h stand. Es besteht die Möglichkeit, eine Plattform mit WIFI, Kameras und Sensoren (z.B. für die Wettervorhersage) an der Hülle zu installieren.
  2. Windturbine
    Die Turbine ist als Leichtbau konstruiert worden und besteht aus 3 Schraubenblätter, die horizontal angeordnet sind. Aufgehängt ist sie innerhalb der Hülle. Hier kann sie Strom erzeugen – egal, ob in Bodennähe oder in luftigen Höhen.
  3. Leinen/ Halteseile
    Die Leinen sorgen einerseits für den Halt und die Stabilität der fliegenden Windturbine und anderseits leiten sie die erzeugte Energie an die portable Bodenstation ab. Die Steuerung der Leinen ist automatisiert. So wird die perfekte Höhe, in der die höchste Leistungsdichte des Windes herrscht, ermittelt und die Turbine durch die Leinen in die passende Höhe befördert. Bei zu starkem Wind oder bei Unwetter entscheidet die Anlage selbst, wenn sie die fliegende Windturbine zur Bodenstation zurückholt.
  4. Bodenstation
    Die portable Bodenstation wurde so entwickelt, dass sie einfach in Schiffscontainer verpackt und transportiert werden kann. Seilwinden sind zur Aufnahme der Leinen zuständig und kontrollieren deren Ein- und Ausfahren. Die erzeugte Energie wird in der Bodenstation zusammengeführt und gespeichert. Anschließend kann sie direkt von Verbrauchern verwendet oder in ein Netz eingespeist werden.

Vorteile sowie Nachteile der fliegenden Windturbine

Einer, und der wohl größte Vorteil, ist die Leistungsdichte des Windes in großen Höhen. Der Wind in etwa 600m Höhe ist konstanter und wesentlich stärker als jener Wind in Bodennähe. Die Effizienz von Flugwindkraftanlagen ist erheblich höher als der stationärer Windkraftanlagen.

Infografik - Wind in großen Höhen - fliegende Windturbine
Infografik – Wind in großen Höhen (Quelle: altaerosenergies.com)

Ein weiterer Vorteil ist der geringere Eingriff auf die Natur. Der Bau neuer Windkraftanlagen scheitert ja oft an Bürgerinitiativen, die aufgrund dessen dagegen sind, weil die Natur verschandelt wird. Fliegende Windturbinen, die in einer Höhe von 600m Energie erzeugen, sind mit dem Auge nur unwesentlich erkennbar. Jedoch darf die Bodenstation mit den Leinen nicht außer Acht gelassen werden.

Was erwähnenswert ist, ist die zusätzliche Möglichkeit, WIFI bereit zu stellen oder Wetterdaten zu erfassen.

Die Eigenschaft der Beweglichkeit und des Transports der Anlage macht den Einsatz dort interessant, wo sehr schlechte Infrastrukturen bestehen. Auch an Großbaustellen könnte die fliegende Windturbine zum Einsatz kommen. Somit könnte der Verbrauch von fossilen Brennstoffen auf Baustellen durch erneuerbare Windenergie ersetzt werden.

Die Höhe von 600 Metern ist ein Eingriff in den Flugverkehr. In Deutschland würde man spätestens hier auf die ersten Probleme der Umsetzung einer solchen Anlage stoßen. Jedoch ist die Turbine mit Lichtern für die Nacht ausgerüstet.

Wie stehst Du zu der Flugwindkraftanlage? Könnte sie einen Teil zur Energiewende in Deutschland beitragen?

Das folgende Video zeigt die fliegende Windturbine BAT im Einsatz. „The BAT is the next generation of windpower“ – Zitat aus dem Video. Würdest Du das so unterschreiben?

Über Stefan Reinsprecht 148 Artikel

Hi, ich bin Stefan Reinsprecht, der Herausgeber von Netzkonstrukteur. Als Maschinenbauingenieur mit jahrelanger Erfahrung in der Konstruktion und Entwicklung interessiere ich mich sehr für technische Dinge. Hier erfährst Du Neuigkeiten, aber auch Grundlagen. Viel Spaß beim Lesen.
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