Geothermie in Island könnte ganz Europa mit Energie versorgen

Geothermie - Iceland Deep Drilling Project
Geothermie – Iceland Deep Drilling Project (Quelle: iddp.is)

Bis 2020 sollen alle europäischen Staaten mindestens 20% des Energiebedarfs mit erneuerbaren Energien decken. Einige werden hierbei noch viel Nachholbedarf und vor allem Probleme haben, dies in die Tat umzusetzen. Es wird noch immer an den fossilen Brennstoffen festgehalten. Natürlich auch verständlich, wenn man bedenkt, wie viele Arbeitsplätze daran hängen.

Island könnte jedoch einen gewaltigen Beitrag zur Energieversorgung mit erneuerbaren Energien für Europa leisten. Das Land besteht auch ca. 200 Vulkanen, 600 heißen Quellen und 20 Dampffeldern. Viel Potenzial, das jetzt genutzt werden könnte.

Geothermie in Island – Iceland Deep Drilling Project (IDDP)

Beim Iceland Deep Drilling Project sollten Bohrungen bis zu einer Tiefe von 4-5 Kilometern erzeugt werden, um dort das Magma für die Energiegewinnung zu erforschen.

Die erste Bohrung ging schief und kollabierte, sodass man sie schnellstmöglich versiegeln musste. Bei der zweiten Bohrung passierte jedoch was unerwartetes. Bei einer Tiefe von 2.100 Metern stieß man auf flüssiges Magma. Die Forscher experimentierten mit dem ca. 900°C heißen und flüssigen Magma und entwickelten daraus eine Hochtemperatur-Dampfgewinnung, die es ermöglicht, Energie zu erzeugen.

Durch das Ummanteln mit Stahl konnte man die Bohrung unter Kontrolle bringen. Durch das Fluten mit Wasser gelang es, Dampf mit einer Temperatur von 452 °C bei einem Druck von 140 bar zu erzeugen. Um den Dampf direkt in einem Kraftwerk nutzen zu können, musste dieser neutralisiert werden. Somit konnte eine Leistung von 36 MW erzeugt werden.

Leider versagten die Ventile im Bohrkopf, sodass das Projekt vorerst unterbrochen werden musste. Weitere Bohrungen sind jedoch geplant und auch die alten Bohrungen werden wieder in Betrieb genommen.

Island besitzt gewaltige geothermische Energiereserven

Wird das IDDP erfolgreich, könnte Island Energie für ganz Europa erzeugen. Die Geothermie birgt dort gewaltige und unerschöpfliche Reserven.

Noch nie wurde Dampf in solch hohen Temperaturen durch geothermische Anlagen produziert.

In naher Zukunft möchte ich mir selbst ein Bild von der Landschaft Islands machen. Die heißen Quellen und Vulkane sind auf Bildern wunderschön anzusehen, live sicherlich noch viel schöner.

Wenn die Natur darunter nicht leidet, sehe ich für das Projekt in Island eine positive Zukunft. Was meinst du, könnte die Natur zu sehr belastet werden – Stichwort Hydrofracking? Und wie siehst du die Entwicklung für die Zukunft unserer Energiegewinnung?

Über Stefan Reinsprecht 148 Artikel
Hi, ich bin Stefan Reinsprecht, der Herausgeber von Netzkonstrukteur. Als Maschinenbauingenieur mit jahrelanger Erfahrung in der Konstruktion und Entwicklung interessiere ich mich sehr für technische Dinge. Hier erfährst Du Neuigkeiten, aber auch Grundlagen. Viel Spaß beim Lesen. Du findest mich auf Google+, Twitter oder Xing.

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