Ikea-Stiftung stellt Hütten für Flüchtlinge her

Refugee Housing Unit (RHU)
Refugee Housing Unit (© RHU)

Die Ikea-Stiftung finanzierte die Entwicklung von Selbstbau-Hütten für Flüchtlinge. Das UN-Hochkommissariat für Flüchtlinge (UNHCR) hat in Kooperation mit der schwedischen Nichtregierungsorganisation Refugee Housing Unit (RHU) einen Prototyp einer Hütte fertiggestellt. Diese wurde nicht in den Fertigungshallen von Ikea hergestellt, sondern handgefertigt und kostet 6.670 €.

Die Hütten sollen nun in Äthiopien, im Libanon und im Irak eingesetzt werden. Dort wohnen die Flüchtlinge bislang in Zelten der Hilfsorganisation. Diese können den dort herrschenden Bedingungen jedoch höchstens ein Jahr standhalten. Die neuen Hütten sollen mindestens drei Jahre halten.

Massenproduktion könnte die Kosten erheblich senken

Die Ikea-Stiftung rechnet damit, dass die Kosten für eine Hütte auf mindestens 667 € gesenkt werden können. Vorausgesetzt, sie werden in der Massenproduktion hergestellt.  Damit kosten sie immer noch doppelt so viel wie die bestehenden Zelte. Durch die längere Lebensdauer und den besseren Komfort in der Hütte werden die Kosten jedoch schnell wieder relativiert.

Der Aufbau soll laut Anleitung vier Stunden ohne Werkzeug betragen. Das Grundgerüst besteht aus einer Rohrkonstruktion, die mit Drähten stabilisiert wird. Wände und Decke bestehen aus Kunststoff. Die Dachpanelen sind mit Aluminium beschichtet. Dies soll die Hütte bei Tag vor zu hoher Hitze schützen und bei Nacht die Wärme in der Hütte halten. Ein Solarpanel sorgt für Strom. Dadurch kann die Hütte beleuchtet und zusätzlich ein USB-Port betrieben werden.

Wenn die Selbstbau-Ikea-Hütten gut ankommen, will die UNHCR den Auftrag für die Massenproduktion erteilen.

Update: Testphase war erfolgreich!

Die Testphase der Ikea Hütten war erfolgreich. Die Flüchtlinge haben nach der einjährigen Testphase einiges zur Weiterentwicklung der Hütten von der Ikea-Stiftung beigetragen. Das optimierte Produkt wird ab sofort in einer Auflage von etwa 30.000 Hütten produziert. Für ca. 500 € sollen die neuen Unterkünfte in Zukunft die Zelte in Flüchtlingslagern Schritt für Schritt ablösen.

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