Lebensrettende Drohne für Patienten mit Herzstillstand

In der europäischen Union erleiden jährlich etwa 800.000 Menschen einen Herzstillstand. Nur 8% davon überleben den Vorfall. Alec Momont, ein Masterstudent an der TU Delft, hat sich diesem Problem in seiner Abschlussarbeit angenommen. Entwickelt hat er dabei eine Drohne, die Leben retten kann.

Lebensrettende Drohne
Lebensrettende Drohne (Quelle: alecmomont.com)

Lebensrettende Drohne ist innerhalb einer Minute beim Patienten

Das Problem der geringen Überlebensrate bei Herzstillständen, ist die relativ lange Zeit, bis ein Krankenwagen eintrifft. Im Schnitt sind dies 10 Minuten. Dies klingt nicht allzu lange, aber im Falle eines Herzstillstandes entscheidet jede Minute über Leben und Tod. Der Gehirntod beginnt schon nach vier bis sechs Minuten einzutreten.

Die Drohne von Alec Momont schafft es, innerhalb einer Minute beim Patienten einzutreffen, nachdem der Notruf aufgegeben wurde.

Herz der Drohne ist ein automatisierter externer Defibrillator (AED). Auch bekannt unter „Laiendefibrillator„. Dies ist ein medizinisches Gerät zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen oder Herzstillständen. Dabei werden kurze Stromstöße abgegeben, wodurch das Herz wieder regelmäßig schlagen soll. Der AED besitzt zwei Klebeelektroden, die an bestimmten Stellen auf der Brust des Patienten angebracht werden müssen. Eine Software im Defibrillator erkennt die Herzprobleme und sendet automatisch Stromstöße aus.

Das folgende Video der TU Delft zeigt die Drohne in Aktion.

Aussehen und Funktion der lebensrettenden Drohne

Das Ziel der Master-Thesis von Alec Momont war nicht nur, eine Drohne zu entwickeln. Vor allem sollte er den Nutzen von automatisierten externen Defibrillatoren AEDs veranschaulichen.

Die Drohne Appendix T zeigt sehr schön, wie eine lebensrettende Infrastruktur aussehen könnte. Er hat dabei ausgerechnet, dass 3000 Drohnen notwendig wären, um in den Niederlanden überall innerhalb einer Minute Erste Hilfe leisten zu können.

Das gelbe Gehäuse beinhaltet den AED. In seiner Theses schreibt er davon, dass es auch eine Überlegung gab, den Defibrillator über dem Einsatzort abzuwerfen. Dies würde noch mehr Zeitersparnis mit sich bringen. Jedoch ist dies schon rechtlich nicht umsetzbar.

Drei Arme sind jeweils mit zwei Propellern ausgestattet. Zwei Arme davon können für den Transport zum Patienten eingeklappt werden. Die Konstruktion ermöglicht eine Geschwindigkeit von bis zu 100 km/h. Hierdurch können die Patienten in einem Umkreis von 12 km² innerhalb der einen Minute erreicht werden.

Ist die Drohne an ihrem Einsatzort angekommen, hilft dem Helfer vor Ort ein Zwei-Wege-Kamera-System. Über Lautsprecher in der lebensrettende Drohne kann ein Mitarbeiter am Notruf genaue Anweisungen erteilen.

Einige Bauteile wurden mit einem 3D Drucker sowie einem Lasercutter hergestellt. Dies beschleunigte die Entwicklung enorm.

Aussichten und weitere Entwicklungen

Alec Momont wird auf jeden Fall damit zu kämpfen haben, dass Drohnen einen schlechten Ruf haben. Kriege werden immer häufiger mit Drohnen geführt. Auch das Thema Spionage kommt dabei auf. Heutzutage kann sich jeder eine Drohne kaufen und seine Nachbarn ausspionieren. Einige Drohnen werden jedoch auch schon heute zu nützlichen Zwecken eingesetzt – so auch die Flying Robot Rockstars.

Mit dem Besuch einiger Veranstaltungen, versucht er die richtigen Leute anzusprechen und sie von seiner Entwicklung zu überzeugen. Um nämlich weiterentwickeln zu können, benötigt er Geldgeber.

Lebensrettende Drohne - Skizzen in der Entwicklung
Lebensrettende Drohne – Skizzen in der Entwicklung (Quelle: alecmomont.com)

Weitere Entwicklungen könnten sein:

  • der automatische Einzug der Arme
  • Nachtsichtfunktion, um auch in der Nacht einsetzbar zu sein
  • Möglichkeit, weitere medizinische Geräte zu transportieren
  • Laden der Batterie durch Induktionsschleifen
  • Sirene und LED-Lampe beim Landeanflug
  • höhere Geschwindigkeiten
  • Verbesserung der Kommunikation zwischen Mitarbeiter des Notrufs und Helfer
Über Stefan Reinsprecht 148 Artikel
Hi, ich bin Stefan Reinsprecht, der Herausgeber von Netzkonstrukteur. Als Maschinenbauingenieur mit jahrelanger Erfahrung in der Konstruktion und Entwicklung interessiere ich mich sehr für technische Dinge. Hier erfährst Du Neuigkeiten, aber auch Grundlagen. Viel Spaß beim Lesen. Du findest mich auf Google+, Twitter oder Xing.

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