Bei einem Gleitlager findet im Gegensatz zur Rotationsbewegung beim Wälzlager eine Gleitbewegung zwischen dem Lager und gelagertem Teil (Welle/ Achse) statt. Sie können durch radiale (Radiallager/ Querlager) und axiale (Axiallager/ Längslager) Betriebskräfte belastet werden. Dabei soll ein fehlerfreier Rundlauf sowie eine Sicherung gegen axiale Verschiebung gewährleistet werden.

Das richtige Gleitlager wählen

Gleitlager haben eine hohe Lebensdauer und laufen geräuschlos und schwingungsfrei. Ihr Einsatzgebiet liegt hauptsächlich dort, wo es auf hohe Maß- und Formgenauigkeit ankommt. Die Gleitlagerschale oder -buchse ist fest verbaut. Nur die Welle oder Achse dreht sich im Lager. Hierdurch entsteht eine Reibkraft, wodurch der Einsatz von Schmiermittel notwendig wird. Bei der Wahl eines geeigneten Gleitlagers muss darauf geachtet werden, dass der Lagerwerkstoff

  • der Wellen-/ Achsenwerkstoff und der Schmierstoff aufeinander abgestimmt sind
  • gute Notlaufeigenschaften besitzt
  • eine hohe Verschleißfestigkeit besitzt
  • eine hohe Wärmeleitfähigkeit hat
  • der Schmierstoff die Reibfläche gut benetzt

Das Tabellenbuch Metall oder das Buch Maschinenelemente von Roloff/ Matek sind eine sehr nützliche Hilfe bei der Auswahl des richtigen Lagers. Für eine schnelle Übersicht über vorhandene Gleitlagerbuchsen empfehle ich das Tabellenbuch Metall.

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Arten der Schmierung beim Gleitlager

Hydrodynamische Schmierung

Hydrodynamisches Gleitlager
Hydrodynamisches Gleitlager (Quelle: Dr.-Ing. S.Wetzel/ Lizenz: CreativeCommons)

Bei einer hydrodynamischen Schmierung entsteht der Schmierfilm durch die Drehbewegung der Welle/ Achse (fortlaufend als Welle beschrieben). Anfangs liegt diese auf dem Gleitlager auf. Durch das Anlaufen entsteht zuerst eine Mischreibung zwischen Welle und Lager.

Nimmt die Drehbewegung zu, wird an der unbelasteten Oberseite Schmieröl zugeführt und erhöht so den Druck um die Welle. Dadurch wird diese angehoben und es kommt zu einer Flüssigkeitsreibung und somit Verminderung der Reibung.

Hydrostatische Schmierung

Hydrostatisches Gleitlager
Hydrostatisches Gleitlager (Quelle: Dr.-Ing. S.Wetzel/ Lizenz: CreativeCommons)

Bei einer hydrostatischen Schmierung enthalten die Gleitlager am Umfang verteilt Öltaschen. Diese werden mit einem konstanten Volumenstrom mit Öl versorgt. Welle und Lager berühren sich zu keiner Zeit. Wird die Welle belastet, verschiebt sie sich in Kraftrichtung. Dadurch erhöht sich dort der Druck. Gleichzeitig fällt dieser jedoch auf der gegenüberliegenden Seite, wodurch die Welle angezogen und wieder in Lagermitte befördert wird.

Die hydrostatische Schmierung wird dort eingesetzt, wo große Rundlaufgenauigkeiten und eine hohe Tragfähigkeit gewährleistet sein muss.

Lebensdauerschmierung für wartungsfreie Gleitlager

Soll das Gleitlager wartungsfrei sein, können solche eingesetzt werden, die eine Schmierung für die gesamte Lebensdauer besitzen. Werkstoffe sind hier zum Beispiel der Kunststoff PTFE oder Sinterlager, die in Schmierstoff getränkt wurden.

Wartungsarme Gleitlager

Soll die Lagerung wartungsarm sein, können Gleitlager verwendet werden, die einen Schmierstoffvorrat besitzen. Diesen geben sie über eine bestimmte längere Zeit ab. Hierzu werden zum Teil automatische Schmierstoffgeber verwendet.