Robohand – OpenSource Prothese aus dem 3D Drucker

Der Gedanke ist so toll wie die Erfindung selbst – eine Prothese für jedermann zum selber Drucken. OpenSource ermöglicht es, zur Verfügung gestellte Daten herunter zu laden und für eigene Zwecke zu nutzen. So hat der Südafrikaner Richard Van As aus einem Schicksalsschlag, durch den er Finger der rechten Hand verloren hat, die Robohand entwickelt, die vielen Menschen auf der ganzen Welt helfen kann.

Robohand - Prothese aus dem 3D Drucker
Robohand – Prothese aus dem 3D Drucker (Quelle: robohand.net)

Mit Internet und 3D Drucker zur fertigen Prothese

Durch einen Unfall mit einer Sägemaschine im Wald verlor Richard Van As vier Finger seiner rechten Hand. Jeder, der einmal einen Finger gebrochen hat, weiß, wie es ist, wenn man seine Finger plötzlich nicht mehr benutzen kann.

Richard wollte sich seinem Schicksalsschlag nicht hingeben und forschte im Internet nach möglichen Lösungen für seine fehlenden Finger. So sties er auf ein YouTube-Video von Ivan Owen aus Bellingham, Washington. Dieser stellte dort sein Modell einer riesigen Handprothese vor. Richard trat mit Ivan in Verbindung und die zwei begannen ihren Erfindergeist in Gang zu setzen.

Sie setzten dabei auf das Internet und jeweils einen 3D Drucker von MakerBot. Dadurch konnten sie Entwürfe schnell austauschen und auch sofort drucken und testen. Anfang 2013 war die Robohand OpenSource Prothese dann marktreif und sie entschieden, dass der kleine Liam aus Südafrika die erste Prothese aus dem 3D Drucker bekommen sollte.

Liam wuchs ohne Finger der rechten Hand auf. Durch die Robohand ist es ihm möglich, Dinge zu greifen oder sogar Bälle zu fangen. Eine tolle Geschichte.

Liam mit seiner neuen Robohand
Liam mit seiner neuen Robohand (Quelle: robohand.net)

Prothese funktioniert ganz ohne Elektronik

Die Robohand besteht aus einigen Einzelteilen. Diese sind zum größten Teil druckbar. Laut den Entwicklern Richard und Ivan soll die Prothese insgesamt $150 in der Herstellung kosten.

Die Montageanleitung sowie die CAD-Daten für die Bauteile, die gedruckt werden müssen, kann auf der Plattform Thingiverse kostenlos heruntergeladen werden (OpenSource). Das einzige, was man dann noch benötigt, ist ein bisschen Bastler-Geschick und einen Zugang zu einem 3D Drucker.

Die Robohand funktioniert ganz ohne Elektronik. Alleine durch die Bewegung des Handgelenks öffnet oder schließt sich die Handprothese. Die Mechanik wird über Schnüre gesteuert.

Die Montageanleitung ist sehr ausführlich beschrieben und sollte für jeden verständlich sein. Zur Befestigung am Arm wird beispielsweise ein spezieller orthopädischer Kunststoff verwendet, den man in warmem Wasser weich machen und dann an den Arm anpassen soll. Zuletzt werden die gedruckten Finger sogar in eine Suspension aus flüssigem Latex getunkt, damit die Fingerspitzen anschließend besser greifen können.

Die Prothese wurde auf der Crowdfunding-Plattform Indiegogo vorgestellt und wurde erfolgreich finanziert.

MakerBot hat auf YouTube die Geschichte hinter der Prothese aus dem 3D Drucker gestellt. Ein sehenswertes Video.

Über Stefan Reinsprecht 148 Artikel
Hi, ich bin Stefan Reinsprecht, der Herausgeber von Netzkonstrukteur. Als Maschinenbauingenieur mit jahrelanger Erfahrung in der Konstruktion und Entwicklung interessiere ich mich sehr für technische Dinge. Hier erfährst Du Neuigkeiten, aber auch Grundlagen. Viel Spaß beim Lesen. Du findest mich auf Google+, Twitter oder Xing.

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