Scribble – ein Stift für 16 Millionen Farben

Das Ziel waren $100.000. Erreicht haben die zwei Entwickler Mark Barker und Robert Hoffman mit ihrem ScribblePen auf der Crowdfunding Plattform Kickstarter $366.566. Ein Ergebnis, weswegen es sich lohnt, den Scribble, der mit 16 Millionen Farben malen kann, genauer unter die Lupe zu nehmen.

Scribble Ink und Stylus
Scribble Ink und Stylus (Quelle: getscribblepen.com)

Scannen, Farbe erkennen, Malen

Scribble ist der weltweit erste Stift, der die Farben seiner Umgebung scannen und sie direkt auf Papier oder Touchscreen Displays bringen kann. Der Stift ist in der Anwendung kinderleicht zu bedienen. Überall sollen und können Menschen, ob groß oder klein, damit malen und ihrer Kreativität freien Lauf lassen.

Entwickelt wurde der Stift in zwei Ausführungen: der Scribble INK ist für das Malen auf Papier gedacht, wobei der Scribble STYLUS speziell für Tablets, Smartphones oder PC´s mit Touchscreen Displays gedacht ist.

Beide sind in ihrem Aufbau sehr ähnlich. Was dem Stylus jedoch fehlt, sind die Farbkartuschen. Oben befindet sich ein RGB Farbsensor. Hier befindet sich auch ein Micro USB-Port, um die Batterie laden zu können, sowie der Druckknopf, der den Scannprozess auslöst.

Farbe scannen mit dem Scribble
Farbe scannen mit dem Scribble (getscribblepen.com)
  1. Scannen: Der Nutzer braucht nur den Stift mit der Oberseite an das gewünschte Objekt zu halten und dieses zu scannen. Nach ein bis zwei Sekunden erkennt der Farbsensor exakt den vorhandenen Farbton (z.B. Zitrone = gelb). Per Bluetooth wird der Farbwert auf die Scribble+ App (für iOS, Android und Windows) übertragen und direkt im Stift gespeichert.
  2. Mischen: Ist die Farbe erkannt, mischt der Stift diese über die fünf Farbkartuschen automatisch.
  3. Malen: Mit der sehr exakt gemischten Farbe kann der Benutzer des Stifts nun seiner Kreativität freien Lauf lassen und auf Papier malen.

Der Ablauf beim Scribble Stylus ist dabei sehr ähnlich. Außer, dass dieser nicht auf Papier, sondern mit der gescannten Farbe auf dem Touchscreen malt. Federn in unterschiedlicher Stärke sowie ein kapazitiver Radiergummi liegen dem Stylus bei.

Scribble Stylus
Scribble Stylus im Einsatz auf einem Tablet (Quelle: getscribblepen.com)

Scribble erkennt mehr als 16 Millionen verschiedene Farbtöne. Der 1 GB große interne Speicher kann mehr als 100.000 gescannte Farbtöne speichern.

Mit Hilfe der App ist es jedoch auch möglich, Farbwerte selbst festzulegen (RGB, CMYK und Hex-Werte) und diese auf den Scribble Ink oder Stylus zu übertragen. Zusätzlich kann man die gescannten Farben in einzelnen Sets speichern, organisieren und mit Freunden teilen.

Der Stylus ist voll kompatibel mit Photoshop und Corel Draw.

Interessant wäre, wenn der Stift auch mit dem Gravity Tablet funktionieren würde. Dann könnten nämlich dreidimensionale Skizzen mit Farbe gefüllt werden.

Scribble trägt zum Umweltschutz bei

Im April 2015 möchten die Entwickler mit der offiziellen Produktion der Stifte beginnen. Ab Mai sollen dann erstmal die Unterstützer mit ihren Produkten beliefert werden.

Scribble ist ein Stift, der auch zum Umweltschutz beitragen wird. Alle Materialien werden umweltverträglich hergestellt und da einer gleich mehrere Farbstifte ersetzt, wird auch nicht mehr so viel Plastikmüll produziert. Hinzu kommt, dass die Farbkartuschen recycelbar sind.

Leider erfährt man nicht wirklich viel über die Technologie, die im Stift steckt. Wie wird die Farbe genau gemischt? Wie viel Farbe wird auf einmal gemischt? Die Entwickler beantworten nur so viel, dass immer so wenig wie möglich Farbe miteinander vermischt wird. Bei einem Farbwechsel wird jedoch eine geringe Menge der alten Farbe verschwendet. Ich gehe davon aus, dass die alte Farbe dabei zuerst „ausgemalt“ werden muss, bis die neue an der Feder austritt.

Die Farbkartuschen können leicht ausgewechselt werden und sollen zwischen $3 und $10 kosten. Bestellen kann man diese dann über die Website von ScribblePen.

Ich finde den Scribble genial und werde wohl einer der ersten sein, der ihn testen wird. Wie stehst Du dazu? Bist du begeistert oder eher nicht? Ich freue mich auf Deinen Kommentar.

Nachtrag

Ich wurde von Alex darauf aufmerksam gemacht, dass die Kickstarter Kampagne abgebrochen wurde. Dort hat man von Scribble verlangt, innerhalb 24 Stunden ein zufrieden stellendes Video online zu stellen. Andernfalls würden sie die Kampagne schließen. Da Scribble so schnell nicht reagieren konnte, mussten sie die Kampagne selbst abbrechen.

Seither versuchen sie, eine eigene Crowdfunding Kampagne über ihre Website umzusetzen. Es ist also noch fraglich, ob das Projekt wirklich zustande kommt und die ersten Stifte ausgeliefert werden.

Über Stefan Reinsprecht 148 Artikel
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2 Kommentare

  1. Du weißt aber, dass Kickstarter die ganze Aktion abgeblasen hat? Und du weißt auch, dass die es danach nochmal bei einer anderen Crowdfunding-Plattform probiert haben und auch dort wieder rausgeschmissen wurden (Beide Male nicht, weil sie zu wenig Geld bekommen haben, sondern weil sie nicht genügend genaue Videos zu der Funktion des Stiftes geliefert haben).
    Danach haben die Scribble-Entwickler ein Beta-Programm aufgelegt, bei dem man sich dafür bewerben musste. Erstmal bekommen nur die Beta-Tester (z.B. ich) so einen Stift (wenn es stimmt, was sie selbst sagen, wohl gegen Ende Januar). Wie es dann weitergeht haben sie noch nicht gesagt. Wenn Du aber nicht in deren Beta-Programm bist, wirst Du wohl so schnell nicht an einen Stift kommen, vorrausgesetzt, das ganze ist kein Hoax. Soll ja auch vorkommen.

    Alex

  2. Hi Alex, erstmal Danke für Deinen Kommentar und die Info.
    Ich kann es mir gerade selbst nicht erklären, warum mir der Fauxpas passiert ist und ich in dem Fall eine „Falschmeldung“ veröffentlicht habe. Ganz klar mein Fehler!

    Es stimmt, die Kickstarter Kampagne wurde abgebrochen. Aber nicht von Kickstarter selbst, sondern von Scribble. Und es stimmt, weil sie kein zufrieden stellendes Video online stellen konnten (das sollten sie innerhalb 24h tun).

    Nun betreiben sie das Crowdfunding auf ihrer Webseite selbst.

    Ich würde mich freuen, wenn Du mich und die Leser weiterhin auf dem Laufenden hältst. Ob Du den Stift bekommen hast oder nicht.

    Viele Grüße
    Stefan

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