Scrobby Solar – Ein Reinigungsroboter für Solarpanels

Es ist bekannt, dass Solarzellen mit der Zeit verschmutzen und dadurch ihre Effizienz verlieren. Riesige Solarfelder besitzen oft automatische Anlagen für die Reinigung der Panels. Wer jedoch Solarpanels auf dem eigenen Haus besitzt, muss diese selbst reinigen oder eine Firma dafür anstellen. Der Scrobby Solar könnte das mühselige und nicht ganz ungefährliche Reinigen überflüssig machen. Wie, erfährst Du im Artikel.

Scrobby Solar Reinigungsroboter
Scrobby Solar Reinigungsroboter (Quelle: kickstarter.com)

Der autarke Reinigungsroboter Scrobby Solar

Auf Kickstarter.com hat Stefan Hamminga aus den Niederlanden sein Projekt Scrobby Solar vorgestellt. Für das Design und die Entwicklung des Roboters hat er eigene finanzielle Rücklagen verwendet. Jetzt benötigt er jedoch insgesamt 75.000€ für die Produktion der autarken Reinigungsrobotern.

Scrobby Solar agiert völlig autark. Auf seiner Oberfläche befinden sich eigene Solarpanels, die die notwendige Energie für den Betrieb des Roboters liefern. Das 3D gedruckte Gehäuse besitzt einen Durchmesser von 240mm und ist in weißem Kunststoff gehalten. Weiß deshalb, weil hierdurch der Großteil der Infrarotstrahlen der Sonne reflektiert werden und die geringste Wärmeentwicklung im Gehäuse zu erwarten ist. Zu viel Wärme würde eine Effizienzminderung der eigenen Solarpanels sowie eine Schädigung der integrierten Elektronik bedeuten.

Der Roboter besitzt auf seiner Unterseite im Umfang mehrere Bündel an Bürsten. Durch die Rotation dieser wird geschieht die eigentliche Reinigung der Solarpanels. Gereinigt wird nur, wenn es Regnet. Sensoren im Scrobby Solar erkennen dies und aktivieren den Reinigungsroboter.

Über Schnüre wird der Roboter an der Solaranlage befestigt und bewegt. Die Bewegung geschieht über im Gehäuse befindliche Motoren. So kann der Roboter eine Fläche von 10×20 Metern erreichen.

Der Einsatzbereich von Scrobby Solar liegt bei Dächern mit einem Winkel zwischen 20 und 70°. Geringere Dachwinkel funktionieren nicht, da die Reibungskraft größer als die Erdanziehungskraft wäre. Der Roboter würde also auf der Stelle stehen bleiben. Bei zu großen Dachwinkeln wäre die Reinigungskraft zu gering.

Ist der Reinigungsroboter nicht im Einsatz, fährt er auf seine Ruhestation. Per Bluetooth LE kann der Scrobby Solar ganz bequem mit einer App vom Smartphone gesteuert werden.

Da Stefan Hamminga schon jahrelang mit Open Source Software und Hardware arbeitet, möchte er den Software Code auf Hackaday jedem zur Verfügung stellen. So kann jeder an der Weiterentwicklung des Projekts mitwirken.

Scrobby Solar soll für Privatanwender auf den Markt kommen und etwa 350€ kosten.

Vorteile des Reinigungsroboters

  • einmal installieren, immer einsatzbereit
  • funktioniert autark
  • umweltfreundlich – eigene Energieproduktion, reinigt mit Regenwasser
  • günstig – einmalige Anschaffungskosten
  • rechnet sich laut Entwickler nach 2,5 bis 3 Jahren – aufgrund der Effizienzsteigerung der Solarpanels durch die Reinigung der verschmutzten Oberfläche
  • bietet mehr Sicherheit – man muss nicht mehr selbst aufs Dach steigen und die Anlage reinigen

Nachteile

  • kommt nicht in alle Ecken, da er rund ist
  • lohnt sich nur bei zusammenhängenden Flächen aus Solarpanels
  • was passiert, wenn das Seil reißt?
  • ist die Reinigungswirksamkeit ausreichend?
  • funktioniert nur bei Anlagen auf dem Dach – keine Winkel steiler 70° möglich

Welche Vor- bzw. Nachteile siehst Du? Und würdest Du einen solchen Roboter auf dem Dach installieren? Die Kickstarter-Kampagne läuft übrigens noch bis zum 11. Oktober 2014.

Zuletzt habe ich noch das Video von Stefan über den Scrobby Solar:

Über Stefan Reinsprecht 148 Artikel
Hi, ich bin Stefan Reinsprecht, der Herausgeber von Netzkonstrukteur. Als Maschinenbauingenieur mit jahrelanger Erfahrung in der Konstruktion und Entwicklung interessiere ich mich sehr für technische Dinge. Hier erfährst Du Neuigkeiten, aber auch Grundlagen. Viel Spaß beim Lesen. Du findest mich auf Google+, Twitter oder Xing.

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