Solar Roadways – Straßen aus Solarzellen

Nicht nur unsere Fahrzeuge werden sich verändern, auch die Infrastruktur dafür. Straßen werden seit Jahren mit Asphalt gebaut. Ein Paar aus Idaho verfolgt schon lange eine ganz andere Idee – Straßen aus Solarzellen. Auf der Crowdfunding-Plattform Indiegogo sammeln sie momentan Geld für ihr Projekt. Und das sehr erfolgreich.

Solar Roadways - Straßen aus Solarzellen
Solar Roadways – Straßen aus Solarzellen (Quelle: solarroadways.com)

Die Idee der Straßen aus Solarzellen

Scott und Julie Brusaw begannen schon 2006 mit ihrer Idee von Straßen aus Solarzellen. Bei ihrem Haus in Idaho haben sie einen etwas größeren Parkplatz als Prototyp installiert. Das Projekt ist mittlerweile funktionsfähig. Jetzt fehlen nur noch die Unterstützer auf Indiegogo und ihre vielversprechende Idee könnte Realität werden.

Solar Roadways sind wabenförmige Solarzellenmodule für die Straße der Zukunft. Sie können als Untergrund für Straßen, Geh- und Radwege oder Spielplätze genutzt werden.

Jedes Modul besitzt Solarzellen, welche, würde man alle Straßen der vereinigten Staaten von Amerika damit ausstatten, jährlich dreimal mehr Energie erzeugen, als das ganze Land benötigt. Die Straßen aus Solarzellen würden sich also selber bezahlen.

In den Modulen sind farbige LEDs integriert. Diese können Markierungen sowie Warn- oder Gefahrensignale direkt auf dem Untergrund anzeigen. Zusätzlich befinden sich Heizelemente in den Solarzellenmodulen. Diese sorgen im Winter für freie Straßen und Wege. Unterirdische Kanäle mit Kabeln an den Straßen würden dafür sorgen, dass die oberirdischen Leitungen verschwänden. So würde auch die erzeugte Solarenergie zu Tankstationen transportiert.

Eine andere Möglichkeit der Energienutzung für Elektrofahrzeuge wären Induktionsschleifen im Fahrbahnbelag. Diese ermöglichen das Laden einer Batterie kontaktlos während des Fahrens.

Module mit vielen Funktionen

Jedes hexagonale Modul besteht aus drei Schichten:

  1. Schicht mit dem Fahrbahnbelag
    Der Fahrbahnbelag besteht aus einem Temperglas, welches eine sehr hohe Bruchfestigkeit besitzt. Theoretisch könnten Fahrzeuge mit 113 t hinweg fahren, ohne dass das Glas beschädigt würde. Die Oberfläche ist an das Reifenprofil von Fahrzeugen angepasst. Glas wurde deshalb gewählt, dass die Sonnenstrahlen durchscheinen und die integrierten Solarzellen erreichen können.
  2. Elektronische Schicht
    Hier befinden sich Mikroprozessor, LEDs und Heizelemente.
  3. Basisschicht
    In der Basisschicht wird die erzeugte Energie der Solarzellen gebündelt und verteilt.
LEDs im Fahrbahnbelag
LEDs im Fahrbahnbelag (Quelle: solarroadways.com)

Der Kanal, der sich bei jeder Straße befinden soll, verlaufen alle Kabel. Beispielsweise könnten hier auch Glasfaserkabel für das Internet verlegt werden. Regen wird von der Oberfläche in den Kanal geleitet. In einer Rinne im Kanal kann das Wasser dann abgeleitet werden. Da es mit Öl, Reifenabrieb oder Sonstigem verschmutzt ist, könnte es aufbereitet und gezielt genutzt werden.

Auf einem Kilometer Straße könnte mit den Solarmodulen genug Energie erzeugt werden, um ungefähr 266 Haushalte zu versorgen.

Scott und Julie setzen für ihre Straßen aus Solarzellen so viele Recyclingwerkstoffe ein wie möglich.

Intelligente Straßen – mehr Sicherheit

Die Straßen aus Solarzellen könnten nicht nur für sehr viel Energie sorgen, sondern auch für mehr Sicherheit. Drucksensoren im Fahrbahnbelag erkennen, wenn Tiere den Weg kreuzen. Die LEDs warnen herannahende Fahrzeuge durch entsprechende Signale und der Fahrzeuglenker kann sich auf die Gefahr einstellen.

Nachts wird die Fahrbahnmarkierung mit LEDs angezeigt. Dies würde aufgrund der besseren Wahrnehmung sehr viele Unfälle verhindern.

Aber nicht nur Straßen könnten eine Intelligenz bekommen. Auch Sportplätze könnten durch die Möglichkeit, mit LEDs Spielfelder zu simulieren, variabel, kostengünstiger und umweltverträglicher werden. Je nachdem, welche Sportart gerade gebraucht wird, kann das entsprechende Spielfeld angezeigt werden.

Die Idee der zwei Amerikaner ist genial sowie auch die Geschichte dahinter. Bedenken, die mir dazu einfallen, sind jedoch die Verschmutzung der Oberfläche oder Kratzer auf dieser. Somit würde der Wirkungsgrad der Solarzellen erheblich vermindert werden. Auch das Erkennen der Fahrbahnmarkierungen sowie Signale würde erschwert. Sicherlich haben die zwei aber auch hierfür eine Lösung. Oder was meinst Du zu meinen Bedenken? Hast Du vielleicht noch andere? Ich freue mich auf Deinen Kommentar!

Über Stefan Reinsprecht 148 Artikel
Hi, ich bin Stefan Reinsprecht, der Herausgeber von Netzkonstrukteur. Als Maschinenbauingenieur mit jahrelanger Erfahrung in der Konstruktion und Entwicklung interessiere ich mich sehr für technische Dinge. Hier erfährst Du Neuigkeiten, aber auch Grundlagen. Viel Spaß beim Lesen. Du findest mich auf Google+, Twitter oder Xing.

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