Zano – Nano-Drohne mit integrierter Kamera

In Zeiten von Selfies kommt die Entwicklung vom britischen Startup Torquing Group für einige wohl gerade recht. Zano ist eine Nano-Drohne mit einer integrierten 5 Megapixel Kamera. Damit gelingen Bilder und Videos aus ganz anderen Perspektiven, wie sie bisher üblich waren.

Zano Drohnen in schwarz und weiß
Zano Drohnen in schwarz und weiß (Quelle: Torquing Group)

Erfolgreiche Kickstarter Kampagne von Zano

Die Entwickler um Ivan Reedman hatten sich das Ziel gesteckt, die Drohne so klein wie möglich zu bauen. Letztendlich ist es ihnen gelungen, Zano auf ein Maß von 6,5 x 6,5 cm bei einem Gewicht von 55 g zu beschränken. Demnach ist sie nicht größer als eine Handfläche.

Die Zano Drohne wird aktuell auf der Crowdfunding Plattform Kickstarter präsentiert. Noch bis zum 8. Januar 2015 können Interessierte das Projekt unterstützen. Das Ziel £125.000 wurde schon lange erreicht. Jedes zusätzliche britische Pfund fließt ab sofort in die weitere Entwicklung des Gadgets.

Nach der Finanzierung soll die Nano-Drohne für umgerechnet 175 € angeboten werden. Dann kann man zwischen einem weißen und einem schwarzen Gehäuse wählen.

iPhone 5 und Zano im Vergleich
iPhone 5 und Zano im Vergleich (Quelle: Torquing Group / Kickstarter)

Ausstattung der Drohne

Wer sich für eine Zano entscheidet, kauft eine extrem kleine Drohne, die jedoch mit vielen technischen Eigenschaften bestückt ist. Vier Rotoren machen den Quadrocopter flugfähig. Er soll, bedingt durch Landschaft und Wetter, bis zu 30 m in der Höhe steigen können.

An Bord befindet sich eine austauschbare Batterie. Diese kann über einen MicroUSB Port und eine Energiequelle geladen werden. Ein voller Akku soll die Zano Drohne etwa 10-15 min einsatzfähig machen. Wer sie länger fliegen lassen möchte, kann dies mit Ersatzakkus tun.

Im Gehäuse befinden sich ein Mikroprozesser zur Steuerung sowie zahlreiche Sensoren. IR (Infrarot) Sensoren erkennen Hindernisse, sodass die Drohne nicht kollidiert. Ein Sonar sowie Sensoren, die den Luftdruck messen, werden für die Bestimmung der Höhe verwendet.

Per WLAN kommuniziert Zano mit dem Smartphone des Benutzers. Mit Hilfe einer App auf dem Smartphone oder Tablet PC (iOS und Android) lässt sich das Technikwunder über mehrere Arten steuern. Ein GPS-Modul sorgt für eine genaue Positionierung.

Zano App im Flugmodus
Zano App im Flugmodus (Quelle: Torquing Group / Kickstarter)

Die 5 Megapixel Kamera nimmt aktuell Bilder und Videos in einer 720p Auflösung auf. Nach dem Verkaufsstart soll die Qualität jedoch auf 1080p verbessert werden.  Ein Bildstabilisator sorgt dafür, dass die geschossenen Bilder nicht verwackeln. Mit einem Mikrofon können auch Geräusche aufgenommen werden.

Vorne ist ein 8 x 8 Pixel RGB Display angebracht. Hierüber kann man beispielsweise einen Countdown laufen lassen, bevor die Kamera auslöst.

Wer das Projekt mit £189 oder mehr unterstützt, bekommt zur Drohne noch eine limitierte Transporthülle sowie den ZANOfuel Energiestick. Dies ist ein kleiner Stick, über die die Nano-Drohne innerhalb 30 min vollständig geladen werden kann.

Ist ein Bild oder Video aufgenommen, kann dies direkt über die sozialen Netzwerke geteilt werden.

Steuerung der Zano Drohne

Wie oben schon erwähnt, lässt sich Zano über mehrere Arten steuern. Einerseits geht dies über Gesten, indem man das Tablet oder Smartphone vor, zurück, rechts oder links bewegt. Anderseits gelingt es auch über einen On-Screen Joystick in der App.

Dementsprechend kann man das kleine Flugobjekt in der Höhe, vor-, rück-, seitwärts und in seiner Drehung steuern. Es ist möglich, einen Fixpunkt in der Luft anzusteuern und Zano dort verweilen zu lassen. Im „Follow me“-Modus wird die Drohne so programmiert, dass sie immer einen bestimmten Abstand zum Mobilgerät einhält. Damit können beispielsweise Fahrradtouren oder sonstige sportliche Unternehmungen gefilmt werden. Durch die Höchstgeschwindigkeit von 40 km/h sollte Zano bei den meisten Sportarten mithalten können.

Fliegt die Drohne mal außerhalb der Reichweite zu ihrem Benutzer oder geht ihr der Saft aus, leitet sie unmittelbar ein Landemanöver ein. So kann sie also nie verloren gehen, was auch unserer Umwelt zugute kommt – weniger Müll.

Das folgende Video zeigt das Kickstarter Video von Zano.

Zano Soll kontinuierlich weiter entwickelt werden

Die Entwickler haben sich weitere Ziele gesetzt, die sie umsetzen möchten, wenn genügend Geld zusammen kommt. Zum aktuellen Zeitpunkt auf Kickstarter sieht dies ja sehr gut aus.

Beispielsweise soll der Nano-Drohne mit einer Funktion der Gesichtserkennung ausgestattet werden. Zur Freude aller Selfie-Liebhaber.

Wer nicht nur Selfies macht, sondern auch mal die Landschaft aufnehmen möchte, kann sich über die 180 und 360 Grad Panorama Funktion freuen.

Des Weiteren soll noch eine Software entwickelt werden, die schon während der Aufnahme Filter über das Bild legt. Damit soll es aber auch möglich sein, die Aufnahmen nachträglich zu bearbeiten. So können die Bilder und Videos z.B. mit Text oder Ton hinterlegt werden.

Wenn die stolze Summe von £2.000.000 zusammen kommt, sollen die Zano Drohnen sogar schwarmfähig werden. D.h., dass mehrere Drohnen im Schwarm fliegen könnten.

Im Mai 2015 sollen die ersten Drohnen offiziell gefertigt werden und zum Verkauf bereit stehen.

Ob Zano sinnvoll oder nicht sein mag, Drohnen erobern langsam aber sicher unser Leben. Dies zeigt auch die kürzlich hier vorgestellte Entwicklung der lebensrettenden Drohne für Patienten mit Herzstillstand. Lassen wir uns also überraschen, was da in Zukunft noch so alles auf uns zukommt.

Über Stefan Reinsprecht 148 Artikel
Hi, ich bin Stefan Reinsprecht, der Herausgeber von Netzkonstrukteur. Als Maschinenbauingenieur mit jahrelanger Erfahrung in der Konstruktion und Entwicklung interessiere ich mich sehr für technische Dinge. Hier erfährst Du Neuigkeiten, aber auch Grundlagen. Viel Spaß beim Lesen. Du findest mich auf Google+, Twitter oder Xing.

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