Exoskelett verleiht Werftarbeiter Superkräfte

Es ist bekannt, dass es in Schiffswerften nicht glimpflich zugeht. Die Gewichte, die dort geschleppt werden, müssen meistens mit Kranen gehoben werden. Ein Exoskelett ermöglicht nun Arbeitern, Gewichte bis zu 100kg anzuheben, als wären sie federleicht.

Roboteranzug macht schwere Lasten federleicht

Das südkoreanische Unternehmen Daewoo hat seine Mitarbeiter mit Roboteranzügen, sogenannte Exoskelette, ausgestattet, um ihnen die Arbeit wesentlich zu erleichtern. Mit dem getesteten Exoskelett konnten Gewichte bis zu 30kg gehoben werden.

Exoskelett von Daewoo
Exoskelett von Daewoo (Quelle: newscientist.com)

Der 28kg schwere Anzug ist auf Personen mit einer Größe von 1,60 – 1,85m ausgelegt. Er wird aus einer Aluminiumlegierung (Leichtmetall), Stahl und einem kohlenstofffaserverstärkten Kunststoff (Carbon) gefertigt. Der Arbeiter trägt dabei den Akku auf dem Rücken, der ihn 3 Stunden lang mit Energie versorgt.

Hydraulikgelenke und Elektromotoren sorgen für die Beweglichkeit des Exoskeletts. Sensoren erkennen dabei die Bewegung des Arbeiters und verstärken die Kräfte dabei um ein Vielfaches.

Es besteht die Möglichkeit, einige Zusatzelemente wie beispielsweise ein kleiner Kranarm zu montieren. Dieser hilft dem Arbeiter bei sehr schweren Lasten, diese zu heben, während dieser präzise Arbeiten daran verrichten kann (Positionierung und Montage eines Trägers).

Die Testpersonen waren überwiegend positiv beeindruckt von der neuen Technologie. Ihr Wunsch war es ausschließlich, schwerer Lasten tragen sowie schnellere Bewegungen ausführen zu können. Gilwhoan Chu, der Forschungsleiter von Daewoo Shipbuilding and Marine Engineering meint, dass sie dabei wären, die Wünsche umzusetzen. So könnten bald Gewichte bis zu 100 kg angehoben werden können.

Exoskelett nicht nur für schwere Arbeiten einsetzbar

Ein Exoskelett kann nicht nur für schwere Arbeiten eingesetzt werden. Beispielsweise kann es auch für als Unterstützung für körperlich beeinträchtigte Menschen verwendet werden. Patienten, die nur noch schlecht gehen können, weil sie entweder Einschränkungen haben oder sogar querschnittgelähmt sind, können so wieder zu mehr Lebensqualität gelangen.

Die WM 2014 in Brasilien wurde von einem Querschnittgelähmten angestoßen. Dieser trug ein Exoskelett vom Walk again Projekt, bei dem der Anzug über Gehirnströme gesteuert wird. Die Entwicklung befindet sich jedoch noch in den Kinderschuhen.

Aus Australien stammt die Idee, Exoskelette für Feuerwehrmänner zu entwickeln. Da diese während ihres Einsatzes oft viele und schwere Lasten und Geräte tragen müssen, könnte dar speziell dafür entwickelte Roboteranzug für mehr Kraft und Schnelligkeit sorgen.

Hierdurch würden nicht nur die Feuerwehrmänner entlastet, es könnten auch die Einsätze schneller und sicherer durchgeführt werden und ggf. mehr in Not geratene Menschen gerettet werden.

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