Gravity – 3D Zeichnen mit Tablet, Stift und Brille

Nicht jeder von uns hat ein perfektes dreidimensionales Vorstellungsvermögen. Die wenigsten können ihre Bilder im Kopf auf ein Papier zeichnen. Das hindert einen enorm an der Entwicklung neuer Ideen. Einige Studenten am Royal College of Art in London haben sich dem Problem angenommen und eine Lösung dafür gefunden – Gravity ist ein Virtual Reality Werkzeug, das 3D Zeichnen für jeden möglich macht.

Gravity - 3D Zeichnen mit Tablet, Stift und Brille
Gravity – 3D Zeichnen mit Tablet, Stift und Brille (Quelle: gravitysketch.com)

3D Zeichnen ohne Bildschirm

Gravity wurde von den vier Studenten Guillaume Couche, Daniela Paredes Fuentes, Pierre Paslier und Oluwaseyi Sosanya (Entwickler der 3D Webmaschine) entwickelt. Es sollte so einfach sein, dass jeder, auch ohne Erfahrungen in der Konstruktion, dreidimensional zeichnen kann. Und das ganz ohne Computerdisplay. Alles was man dazu braucht, ist ein Eingabestift (z.B. ein Stylus), das Gravity Tablet und eine Augmented Reality Headset wie beispielsweise die Oculus Rift.

Üblicherweise zeichnen Konstrukteure, Architekten und Designer ihre Modelle am Computer mit Hilfe con CAD-Programmen. Das Problem dabei ist, dass man an Funktionen und Parameter gebunden ist. Man sollte also schon von Anfang an wissen, wie das Produkt am Ende auszusehen hat. Dies wirkt sich vor allem negativ auf die Kreativität bei der Ideenentwicklung aus.

Das aus Acrylglas bestehende Tablet ist mit einem Gitter überzogen. Dieses dient einerseits dem Zeichner bei der Orientierung und andererseits kann das Gravity Tablet so die Koordinaten erkennen, die mit dem Stylus abgefahren werden. Links befindet sich ein schwarzes Gehäuse. Dieses beinhaltet die ganze Technologie, die hinter dem 3D Zeichenbrett steckt. Verarbeitet werden die Freihandskizzen über ein Arduino Board.

Prototyp des Gravity Zeichenbretts
Prototyp des Gravity Zeichenbretts (Quelle: gravitysketch.com)

Das Arduino Board kommuniziert auch mit der Augmented Reality Brille, welche dafür sorgt, dass der Zeichner seine Skizze dreidimensional wahrnimmt.

Dreidimensional zeichnen kann der Nutzer, indem er über das Zeichenbrett die Ebenen (X-Y, X-Z, Y-Z) wechselt. Die Skizzen können rotiert und über die Brille von jedem beliebigen Winkel betrachtet werden. Der Vorteil dabei ist, dass auch andere Nutzer, die eine Augmented Reality Brille tragen, das dreidimensionale Modell betrachten können.

Vorteile und Anwendungsgebiete von Gravity

Die Entwickler wollen mit Gravity dazu beitragen, dass die Ideenentwicklung einfacher gestaltet wird. Vorhandene Werkzeuge wie einfache Stifte und Papier hindern viele, ihre Ideen mit anderen zu teilen. Und Teilen heißt auch, die Ideen gemeinsam voran zu bringen und zu verbessern. Ein Bild beschreibt bekanntlich mehr als 1000 Worte.

Ein großer Vorteil ist deshalb, dass mehr Menschen die Möglichkeit haben, bei der Entwicklung von Produkten mitzuwirken.

Des Weiteren ermöglichen die dreidimensionalen Skizzen, Ideen besser zu präsentieren. Denken wir an Besprechungen, die Teil der Produktentwicklung sind. Viele unterschiedliche Menschen treffen aufeinander. Nicht jeder hat 3D Zeichnen gelernt oder ist dessen mächtig. Gravity könnte Barrieren einreißen. Vor allem, wenn die Skizzen anschließend noch mit einem 3D Drucker fassbar gemacht werden.

Natürlich ist der Weg dahin noch ein etwas längerer. Aber ich stelle es mir jetzt schon amüsant vor, wenn mehrere Menschen am Tisch sitzen und jeder davon eine Oculus Rift trägt :-). Könntest Du Dir vorstellen, das Gravity Zeichenbrett einzusetzen? Ich freue mich auf Deinen Kommentar!

Zuletzt noch das Video über Gravity und was damit möglich ist. Viel Spaß beim Anschauen!

Über Stefan Reinsprecht 148 Artikel

Hi, ich bin Stefan Reinsprecht, der Herausgeber von Netzkonstrukteur. Als Maschinenbauingenieur mit jahrelanger Erfahrung in der Konstruktion und Entwicklung interessiere ich mich sehr für technische Dinge. Hier erfährst Du Neuigkeiten, aber auch Grundlagen. Viel Spaß beim Lesen.
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