iPad als 3D Scanner nutzen – Structure Sensor

Structure Sensor
Structure Sensor (Quelle: structure.io)

Mit dem neuen Structure Sensor des Startup Unternehmens Occipital kann ein herkömmliches iPad als 3D Scanner verwendet werden. Die Entwicklung wurde vor kurzem auf Kickstarter online gestellt und hat das Ziel, es jedem zu ermöglichen, hochauflösende dreidimensionale Bilder von Objekten in seiner Umgebung zu erstellen.

Hierzu wird der in eisblau oder grau eloxierte Aluminium Sensor auf eine Befestigungsleiste geschraubt, welche ganz einfach auf die Rückseite des iPads befestigt wird. Momentan wird nur das iPad der 4. Generation unterstützt. Zukünftige Versionen sowie das iPad mini sollen auch in Planung sein.

Durch das Lightning Kabel wird die Verbindung hergestellt und das iPad als 3D Scanner ist sofort bereit für den Einsatz. Der Sensor besitzt eine Infrarot und Schwarz-Weiß-Kamera (für die Tiefenerkennung im Raum) und arbeitet in Verbindung mit dem Display und einer App auf dem iPad.

Hinweis: Falls Du kein iPad, aber eine Kamera (oder Smartphone mit Kamera) besitzt, kannst Du in wenigen Schritten Deinen 3D Scanner selber bauen.

Was ist mit dem Structure Sensor möglich?

  • 3D Scannen eines Raumes
    Anhand des gescannten Raumes und des digitalisierten dreidimensionalen Modells können Messungen vorgenommen werden. Die Reichweite des Sensors liegt zwischen 40cm und 3,5m. Bei der Genauigkeit werden 640 x 480 Pixel (VGA) erreicht.
  • 3D Scannen von Objekten
    Die generierten Modelle von Objekten können in CAD Systeme hochgeladen werden oder beispielsweise direkt auf einem 3D Drucker gedruckt werden.
  • Augmented Reality – Demo
    In der App ist ein virtuelles Haustier, mit dem man über das Display in Verbindung mit dem Sensor in seiner realen Umgebung Ballspielen kann. Des Weiteren ist es möglich, Bälle in der Umgebung herunterfallen zu lassen und diese durch Beeinflussung der Richtung der Erdanziehungskraft wild im Raum umherfliegen zu lassen.

Der Akku soll laut Occipital bis zu 4 Stunden halten, wenn man den Sensor aktiv benutzt. Wird er nicht benutzt, beträgt die Standby-Zeit 1000 Stunden.

Occipital möchte den Sensor nicht nur auf iOS Geräten verwendbar machen. Durch die Bereitstellung von Open-Source Treibern wird es wohl bald möglich sein, auch mit Android, Linux oder OS X dreidimensionale Bilder aufnehmen zu können.

Die App, die nur für iOS zur Verfügung steht, ist ein Open Source Projekt. Für Entwickler wird ein Software Development Kit (SDK) bereit gestellt, sodass der Sensor bald auch für andere Betriebssysteme zur Verfügung stehen wird.

Die Vorteile überwiegen ganz klar

Der Structure Sensor eröffnet sehr viele neue Möglichkeiten, bei denen einige Branchen hellhörig werden sollten. Jedoch sehe ich Probleme mit Urheberrechtsverletzungen. Objekte, die einem nützlich erscheinen, werden ganz einfach gescannt und zuhause auf dem 3D Drucker gedruckt. Ist dies schon eine Verletzung des Urheberrechts? Ein schwieriges Thema.

Die Vorteile, das iPad als 3D Scanner nutzen zu können, überwiegen aber ganz klar. Wer ein Ersatzteil benötigt, scannt sich dieses ganz einfach mit dem Sensor und erstellt sich eine Kopie. Diese wird entweder auf dem eigenen 3D Drucker erstellt oder man nutzt einen Dienstleister wie Cubify oder shapeways.

Update: Finanzierung für das iPad als 3D Scanner war erfolgreich

Nach 24 Stunden war das Projekt schon weitaus mehr als finanziert. $100.000 war das Ziel – $1.290.439 war das Ergebnis.

Für das iPad Air, iPad mini und das iPad (4. Generation) kann der Structure Sensor in den zwei Farben Ice Blue und Silver für $499 vorbestellt werden. Ab Juli wird ausgeliefert. Im Paket sind dann enthalten:

  • iPad Structure Sensor
  • Skanect Pro – Software, um die Daten drahtlos vom Sensor auf den Mac oder PC zu spiele (in Echtzeit)
  • Hacker Cable für den SDK
Über Stefan Reinsprecht 148 Artikel

Hi, ich bin Stefan Reinsprecht, der Herausgeber von Netzkonstrukteur. Als Maschinenbauingenieur mit jahrelanger Erfahrung in der Konstruktion und Entwicklung interessiere ich mich sehr für technische Dinge. Hier erfährst Du Neuigkeiten, aber auch Grundlagen. Viel Spaß beim Lesen.
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