Pythagoreischer Becher als Lösung für Ketchup-Problem

Ketchup-Liebhaber werden es kennen: Das Problem, dass beim ersten Drehen und Drücken der Ketchupflasche Wasser und kein Ketchup austritt. Oft entstehen so unschöne Spritzer, die vor allem auf der Kleidung ungewollte Flecken hinterlassen. Zwei Oberstufenschüler aus Kansas City haben sich an das Problem gemacht und mit Hilfe eines 3D Druckers eine geniale Lösung entwickelt. Modell war ein pythagoreischer Becher.

Ketchup-Problem
Ketchup-Problem – Zuerst kommt immer Wasser raus (Quelle: Screenshot YouTube)

Man muss das Rad nicht neu erfinden

Wenn Ketchup im Kühlschrank gelagert wird und es dort eine Weile steht, setzt sich Wasser auf der Oberfläche ab. Wird die Flasche auf den Kopf gedreht, tritt das Wasser aufgrund der geringeren Viskosität gegenüber dem Ketchup natürlich als erstes aus.

Tyler Richards und Jonathan Thompson sind nach einer gewissen Zeit der Forschung auf den pythagoreischen Becher gestoßen. Anhand dessen Prinzip entwickelten sie dann im CAD verschiedene Varianten ihres Prototyps.

Mit Hilfe eines 3D Druckers haben sie das CAD Modell dann gedruckt und in den Verschlüssen der verschiedenen Ketchupflaschen getestet. Das Ergebnis war durchgehend positiv. Der neue Deckel verhindert, dass zuerst Wasser beim Drücken der Flasche austritt. Hierfür wird das Ketchup nicht direkt an der Deckelöffnung, sondern durch das Prinzip des pythagoreischen Bechers über einen Umweg nach außen geleitet.

Ihr Deckel kostet 23 Dollarcents in der Herstellung. Auf dem Markt sind sie jedoch noch nicht. Im Video sprechen sie über ihre Entwicklung und wie sie darauf gekommen sind.

Ketchupdeckel aus 3D Drucker
Ketchupdeckel aus 3D Drucker (Quelle: Screenshot YouTube)

Pythagoreischer Becher sollte Gierige Bescheidenheit lehren

Der pythagoreische Becher oder auch Becher der Gerechtigkeit sieht auf den ersten Blick aus wie ein normaler Becher. In der Mitte hat er jedoch eine Säule. Im Inneren des Bechers befindet sich eine Öffnung, die in die Säule ragt. Diese Öffnung ragt wie ein Röhrchen/ Siphon durch die Säule über die Spitze dieser bis zum Boden des Bechers, wo die sich die zweite Öffnung befindet.

Gießt man nun Wasser oder Wein in den Becher, passiert erstmal nichts, solange man nicht zu viel eingießt. Steigt der Pegel nämlich über die Säule, tritt die Flüssigkeit an der unteren Öffnung aus und ergießt sich auf den Schoß. Dies geschieht deshalb, weil der physikalische Effekt des Saugheberprinzips eintritt.

pythagoreischer Becher
pythagoreischer Becher (Quelle: zmescience.com)

Pythagoras hat den Becher erfunden, weil er sich damals Sorgen um die Arbeiter an der Wasserversorgung der Insel Samos gemacht hatte. Diese waren alle sehr durstig und tranken vor allem Wein. Damit sie nicht zu viel tranken, gab er ihnen den Becher der Gerechtigkeit. Dieser sollte gierige Menschen Bescheidenheit lehren.

Das Prinzip des pythagoreischen Bechers war schon lange in Griechenland bekannt. Durch dieses wurde Wein aus höher liegenden Fässern in Gefäße umgefüllt, ohne diese bewegen zu müssen.

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